Entschleunigende Yogawoche auf Baltrum (August 2021)

Birgitta Kürtös / Reise / / 0 Kommentare / Like this

Die Nordseeinsel Baltrum und das Naturhotel Baltrum hat uns mit ihrem Charme, ihrer Ruhe und ihrer Einzigartigkeit regel­recht ver­zau­bert, tiefen­ent­spannt und dank­bar sein las­sen für all das Schöne und Gute in unse­rem Leben, mit all sei­nen Höhen und Tiefen.

Nach einer teils lan­gen Anreise aus Süddeutschland und der Schweiz begrüß­te uns die Sonne Niedersachsens, als wol­le sie uns sagen, es ist gut hier zu sein und es wird eine rich­tig gute Woche. Das brauch­ten auch alle. Die meis­ten kamen aus einem ver­reg­ne­ten Sommer und viel Stress, aber hier strahl­te die Sonne . Am Hafen in Neßmersiel brach­te uns die Fähre vor­bei an sich son­nen­den Robben auf die Nordseeinsel Baltrum, die uns weg von unse­rem Alltag brin­gen soll­te und zurück in unse­re eige­ne Kraft. Müde von der teils sehr lan­gen Anreise und vol­ler Vorfreude und Erwartung traf sich die Gruppe dann am ers­ten Abend im Yogaraum zum Kennenlernen, wo wir am nächs­ten Morgen unse­re Yogareise begin­nen würden.

Der Charme der Insel ent­steht durch den Wind der um die Nase weht und den Kopf frei macht, die hüb­schen Klinkersteinhäuser, alle­samt unter­schied­lich und lie­be­voll her­ge­rich­tet, nur mit Hausnummer ver­se­hen. Die Abwesenheit von Straßennamen war eine klei­ne Herausforderung für den Orientierungssinn. Aber bereits nach kur­zer Zeit fan­den wir uns zurecht und lieb­ten die unter­schied­li­chen Wege, die zu den Dünen, dem Strand oder zur Dorfmitte führ­ten. Nichts war weit ent­fernt, alles zu Fuß erreich­bar. Keine Autos, kein Verkehr, nur Naturgeräusche und ab und an das Klingeln einer Fahrradschelle waren zu hören. Die Bewohner sind freund­lich und hilfs­be­reit, die Gäste ent­spannt und zufrieden.

yoga urlaub rei­sen deutsch­land balt­rum natur­ho­tel düne strand Baltrum ist auch ein Paradies für Familien. Wir sahen vie­le Familien mit ihren Kindern und

bepack­ten Bollerwagen. Am Strand wur­den selig Sandburg um Sandburg gebaut, umweht von einer sanf­ten Brise, unter­malt vom Rufen der Möwen, die völ­lig frei von Scheu am Strand ent­lang­spa­zier­ten und dem bun­ten Treiben zusa­hen. Das Bild der vie­len bun­ten Strandkörbe, auf­stei­gen­den Drachen, muschel­sam­meln­den Spaziergänger, mutig Badenden, glück­lich in ihr Spiel ver­sun­ke­nen Kindern am wei­ßen fei­nen Sandstrand bleibt unvergesslich.

Dieses Gefühl von Frieden und Ruhe war über­wäl­ti­gend – kein Geschrei – kein lau­tes Wort – kein Auto- und Verkehrslärm – nur Wind, Wasser, Vögel und viel erfri­schen­de Stille und gute Laune. Abends bot sich ein unver­gess­li­cher Sonnenuntergang, gemüt­lich hin­ein geku­schelt in den Strandkorb. Wer lan­ge genug blieb wur­de mit einem unver­gleich­li­chen Sternenhimmel und ab und zu auch mit einer Sternschnuppe belohnt.

Unser Tagesprogramm war eben­so bunt wie die­se herr­li­chen, gemüt­li­chen Strandkörbe, die in einer ange­neh­men Unordnung wie hin­ge­pur­zelt am Strand stan­den und zum Verweilen einluden.

Morgens tra­fen wir uns zum Tagesauftakt im Yogaraum und wech­sel­ten für die Atemübungen und Energieflows im Stehen auch in den herr­li­chen Garten. In der Morgenfrische war es leicht sich zu bewe­gen und danach ange­nehm sich in den Asanas wie­der im Yogaraum zu deh­nen und zu kräf­ti­gen. Nach zwei Stunden Yoga waren wir alle hung­rig und bereit für das umfang­rei­che, abwechs­lungs­rei­che Frühstück, um uns für den Tag zu stärken.

Jeder für sich oder in klei­nen Gruppen lie­ßen wir uns auf den Wegen rund um die Insel treiben.

Auch die kuli­na­ri­sche Seite Baltrums ist erwäh­nens­wert und hat eine Menge zu bie­ten. Täglich fri­schen Fisch, Muscheln, Krabben, heiß oder kalt, auf Brötchen belegt oder mit Bratkartoffeln ser­viert, jede Mahlzeit schmeckt vor­züg­lich. Die Eisdiele mit Eis aus eige­ner Herstellung und sei­nen unge­wöhn­li­chen Kreationen war genau­so unwi­der­steh­lich wie die eigen­wil­li­gen, super­le­cke­ren Kuchenkreationen im Café Kluntjes. Da wir uns jeden Nachmittag zu zwei wei­te­ren Yogastunden tra­fen, um uns und unse­ren Körper zu spü­ren und zu for­men, war das kein Problem.

Das Nachmittagsprogramm war abwechs­lungs­reich und bot kur­ze Ausführungen in die Zusammenhänge der Elemente von Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Auch die Kraft der Gedanken und deren Bedeutung für uns und unse­re Gesundheit und Seelenfrieden war ein Thema. Dieses Wissen half der gan­zen Gruppe auch nach der Bekanntgabe des Bahnstreiks ruhig und lösungs­ori­en­tiert zu blei­ben, nach dem Motto, was wir ändern kön­nen, ändern wir, was wir nicht ändern kön­nen, neh­men wir hin und machen das Beste draus. Das half!

Wann immer es mög­lich war, übten wir im Freien, umspielt von Wind, Sonne und der unver­gleich­li­chen fri­schen Nordseeluft. So gehör­ten die Gehmeditation durch die Dünen zu einem klei­nen, ver­wun­sche­nen Birkenwäldchen, das Üben am fast men­schen­lee­ren Oststrand bei Sonne, Wind und dem Gefühl von Weite und Freiheit und die Kutschfahrt quer durch die Insel zum Restaurant Witthus zu den Highlights. Mit der Kutschfahrt über­rasch­te eine Teilnehmerin die Gruppe und das lus­ti­ges Spektakel und das herr­li­che Essen danach, blei­ben in bes­ter Erinnerung.

Natürlich war auch die Wattwanderung ein tol­les Erlebnis und ein Must Do. Unsere Wattführerin schaff­te es uns in nur kur­zer Zeit total zu begeis­tern und uns für die Wunder der Natur zu öff­nen. Da wären der Wattwurm, des­sen Kotknäul den sau­bers­ten und feins­ten Sand hin­ter­lässt und des­sen nach­wach­sen­der Hintern für Wattvögel ein Leckerbissen ist. Oder die klei­nen männ­li­chen Krebse, die mit zwei Penissen bestückt sind, in wei­ser Voraussicht, soll­te einer abhandenkommen.

Wie sehr die Yogagruppe in nur sie­ben Tagen zusam­men­ge­wach­sen war, zeig­te sich beim Abschlussgespräch. Grenzen waren in die­sen Tagen abge­baut wor­den – inne­re und äuße­re. So waren alle in der Abschlussrunde zutiefst bewegt. Den Grad der Entschleunigung, die inner­halb die­ser nur sie­ben Tage Inselleben in Verbindung mit Yoga und Meditation spür­bar war, beschrie­ben eini­ge mit ihrem Gefühl, bereits seit Wochen auf Baltrum zu sein. Besser lässt sich der Erholungswert kaum beschreiben!

Das Beste war, dabei gewe­sen zu sein. Noch bes­ser ist die Aussicht, so bald wie mög­lich wie­der­zu­kom­men. Denn die Insel Baltrum hat defi­ni­tiv eini­ge Fans mehr.